Barlow/Clarke: Eigentum am Wasser
Die Eigentumsverhältnisse rund ums Wasser nehmen Maude Barlow und Tony Clarke unter die Lupe: Who Owns Water? (The Nation, 22.9.02)
Die Eigentumsverhältnisse rund ums Wasser nehmen Maude Barlow und Tony Clarke unter die Lupe: Who Owns Water? (The Nation, 22.9.02)
Zur Politik auf dem Gebiet der IPR die NRC-Studie zu Intellectual Property („Digital Dilemma„). Georgia Harper gibt in Copyright – Endurance and Change einen Einstieg in die aktuelle Debatte um das US-Copyrightrecht. Der 2001 publizierte Report Clarifying Intellectual Property Rights For the New Economy [pdf] von Margaret M. Blair, Gary M. Hoffman, and Salvatore P. Tamburo gibt eine geraffte Übersicht zur aktuellen Problemlage der Intellectual Property Rights in ihrem ökonomischen Kontext aus konservativer Sicht.
Globale IP-Regimes werden debattiert in Intellectual Property Rights And Foreign Direct Investment [pdf]. Zum Stand der globalen Auseinandersetzung – vor allem in den USA – um die massive Expansion des Patentsystems mit Stand vom Herbst 2001 informieren sehr gut Richard Sietmann: Wettbewerb im Gerichtssaal (ct 17/2001) und weiter ausgreifend Paul Edward Geller: From Patchwork to Network- Strategies for International Intellectual Property in Flux [pdf] (1998).
Zum Einstieg in die spezielle aber natürlich zentrale Frage des Copyrights sehr gut geeignet ist Charlotte Waelde: The Quest for Access in the Digital Era: Copyright and the Internet im Journal of Information, Law and Technology 1/2001. Eine Debatte aus 2001 über Copyright and Globalization in the age of computer networks dokumentiert das GNU-Projekt.
Auf den universitären Problembereich bezogen ist CopyOwn – A Resource On Copyright Ownership For The Higher Education Community, ebenso die Intellectual Property Copyright and Fair Use Resources. Auch Kenneth W. Dam analysiert Intellectual Property and the Academic Enterprise[pdf] (1999) ebenso wie Sarah Stein in: The Media Production Model. An Alternative Approach to Intellectual Property Rights in Distributed Education [pdf].
Das Electronic Journal of Intellectual Property Rights des OXFORD INTELLECTUAL PROPERTY RESEARCH CENTRE bietet seit einiger Zeit aktuelle Studien online, interessant vor allem Michael Blakeney: Intellectual Property in the Dreamtime – Protecting the Cultural Creativity of Indigenous Peoples (1999) und Paul A David`s A Tragedy of the Public Knowledge ‚Commons‘? Global Science, Intellectual Property and the Digital Technology Boomerang (2000).
Wer dennoch Bücher liebt und liest: z.B. an der TU Berlin gibt es eine (langsam wachsende) Literaturliste zum Geistigen Eigentum. Wer dagegen von Humphrey Bogart nicht loskommt, sei auf Douglas G. Baird`s Does Bogart Still get Scale? Rights of Publicity in the Digital Age (Chicago 2001) [pdf] verwiesen.
Who Will Own Your Next Good Idea? fragte ein Themenabriss in der liberalen US-Zeitschrift „Atlantic“ 1998 – die klassische Idee des Copyleft spielte dort keine große Rolle. Alternativen zur Beantwortung skizzieren in Basistexten Bernd Lutterbeck: Copyright oder Copyleft (2000), H. Geser`s „Copyright oder Copy left? Prekäre immaterielle Eigentumsverhältnisse im Cyberspace“ (1999) und S. Nuss / L. Heller`s Intellectual Property Rights und Intellectual Property Left.
Zur Analyse des Gesamtproblems das Gutachten Lutterbecks Sicherheit in der Informationstechnologie und Patentschutz für Software-Produkte – Ein Widerspruch? im Auftrag des BmWi (2000) [pdf].
Die weitaus ertragreichste Diskussion zu den Alternativen der klassischen juristischen Regelungen finden sich in der Mailingliste des Öekonux-Projekts, in den USA ist Detritus zu nennen.
Den aktuellen Mainstream vertreten Margaret Blair, Gary Hoffman and Salvatore Tamburo: Clarifying Intellectual Property Rights for the New Economy[pdf] (2001).
Jenseits der üblichen Herangehensweise hat sich Brian Thomas Carroll um einer Visualisierung des Cyberspace bemüht – indem er handfest der elektronischen Infrastruktur (electronetwork) nachging. Ein prominenter Frühläufer zu dieser Debatte ist John Perry Barlow`s: The Economy of Ideas (Wired 3/1994).
Eine lange Diskussion entwickelte sich um die unhaltbaren Thesen von Franck / Goldhaber: Michael H. Goldhaber: Die Aufmerksamkeitsökonomie und das Netz – Teil I. Telepolis vom 27.11.1997, Teil II. Telepolis vom 12.12.1997; weiter Georg Franck: Jenseits von Geld und Information. Zur Ökonomie der Aufmerksamkeit. Telepolis vom 9.11.1998; dann Florian Rötzer: Geschäftsmodelle in der Aufmerksamkeitsökonomie. Aufmerksamkeit gegen bares Geld. Telepolis vom 1.2.1999 und kritisch dazu Richard Barbrook: The High-Tech Gift Economy. Aus der Mailingliste Nettime vom 19.10.1998 (und die Fußnoten dazu) und sein Text Cyber-Communism. How the Americans are superseding capitalism in cyberspace (aus der Mailingliste Nettime vom 6.9.1999). Peter Kollock: The Economics of Online Cooperation: Gifts and Public Goods in Cyberspace, in: Marc Smith and Peter Kollock (Hg.): Communities in Cyberspace, London 1999 debattierte ebenfalls den geschenkökonomischen Ansatz.
Schliesslich stärker noch überleitend zu der neueren auf die freie Software bezogene Debatte Rishab Ayer Gosh: Kochtopfmärkte. Ein ökonomisches Modell für „freie“ Ressourcen im Internet. Telepolis vom 29.07.1999. Einige interessante Beiträge in diesem Zusammenhang über Commodity and Copyright kommen von Wendy Gordon. Ins ökonomische Detail gehen dann James Bessen und Eric Maskin mit ihrer Studie Sequentielle Innovation, Patente und Imitation (MIT, Boston 1999) [pdf], welche zu belegen sucht, dass das Patentsystem in diesem Technologiebereich eher nicht innovationsstimulierend ist. Ganz anders dagegen der Vortrag von Fritz Teufel auf der Tagung der heinrich-Böll Stiftung im Oktober 2000 zum Thema Software-Patente – Motor oder Bremse für Innovationen? [pdf] Dazu auch Widdison R, Software Patents Pending? Heft 3/2000 The Journal of Information, Law and Technology (JILT) und Rainer Fischbach’s Gewerbeschutz (ix 9/1999).
Gesondert zu nennen sind die Beiträge von Sabine Nuss, z.B. über „Digitales Eigentum“ zum 1. Eigentumsworkshop der RLS Ende Dezember 2001.
Und: Die Auguren einer grundsätzlichen Neuverwandlung des Kapitalismus durch die Digitalisierung der Ökonomie und eine wissensgesellschaftliche Transformation sind spätestens im Herbst 2001 im Angesicht des Börsencrashs verstummt. Um so relevanter eine nüchterne Einschätzung der „New Economy“. Zur US-Entwicklung dazu zunächst Dale W. Jorgenson, Kevin J. Stiroh: Raising the Speed Limit: U.S. Economic Growth in the Information Age [pdf], weiter grundsätzlich Stephen S. Cohen, J. Bradford DeLong, and John Zysman (2000), „Tools for Thought: What Is New and Important About the ‚E-conomy‘?“ BRIE Working Paper 138 (Berkeley: Berkeley Roundtable on the International Economy)[pdf].
Susie Pernicka: Wessen gene? Context 5/2000; Merrill Goozner, „Patenting Life,“ The American Prospect vol. 11 no. 26, December 18, 2000 . Nathaniel Heller: „From God`s Handwriting to Corporate Profits (07/01) Eine Debatte über Körper und Eigentum.
Eine Beschreibung von innen gibt am Beispiel Microsoft James Fallows‘ Inside the Leviathan (Atlantic Monthly 2-3/00).
Eine Kritik daran: Did James Fallows Learn the Truth About Microsoft? von Ken Sanes.
INKA:Biodiversitaet und geistige Eigentumsrechte: Unsere Positionen:Generell soll es verboten sein, Pflanzen und Tiere ebenso wie Mikroorganismen und alle anderen lebenden Organismen und deren Teile zu patentieren.Bauern sollen weiterhin das traditionelle Privileg (Landwirteprivileg) haben, einen Teil der Ernte abgabenfrei zur Wiederaussaat zu verwenden, ohne Nachbaugebühren zu bezahlen. Außerdem sollen sie eigene Sorten entwickeln und weitergeben dürfen. Die betroffene Bevölkerung muss an der Entscheidung beteiligt werden, ob in Ihrem Gebiet geforscht und inwieweit traditionelles Wissen genutzt werden darf. Bei Forschungsvorhaben, die darauf abzielen nutzbare Ressoucen zu erschließen, sollen nationale Wissenschaftler mit einbezogen werden. Die Nutzung von natürlichen Ressourcen muss den Erhalt des gesamten Lebensraumes berücksichtigen. Die Landrechte indigener Völker sind von den jeweiligen nationalen Regierungen anzuerkennen, um ihr traditionelles Wissen zu schützen und eine selbstbestimmte Entwicklung zu gewährleisten.